Der Bodensee eignet sich besonders zur Gewinnung von Trinkwasser. Der Rhein führt dem See große Mengen von naturbelassenem Schmelz- und Regenwasser aus dem alpinen Einzugsgebiet zu.
Im Vergleich zu dem sehr großen Durchfluss (11,5 Milliarden Kubikmeter) ist die Trinkwasserentnehme unerheblich. Lediglich etwas mehr als 1 % werden von der Bodensee-Wasserversorgung jährlich als Trinkwasser entnommen. Sogar die Verdunstung auf der Seeoberfläche ist wesentlich größer.
Das Betriebs- und Forschungslabor wacht streng darüber, dass die hohe Qualität des Trinkwassers jederzeit sichergestellt ist. Das Trinkwasser aus dem Bodensee hat hervorragende Nutzungseigenschaften. Es liegt im mittleren Härtebereich und der Mineralstoffgehalt des Wassers ist ausgewogen, es ist von gutem Geschmack. Um zukünftigen Herausforderungen gewachsen zu sein, arbeitet das Labor in verschiedenen Forschungsvorhaben an der Optimierung der Wasseraufbereitung. Forschung und Entwicklung sichern die Zukunft.
Die Bodensee-Wasserversorgung entnimmt das Rohwasser aus 60 m Tiefe im Überlinger See vor Sipplingen. Dort ist es rein, klar und gut gegen Einflüsse von der Oberfläche geschützt. Mit einer konstanten Temperatur von 5 ° Celsius ist es erfrischend kühl.
In einer Tiefe von 70 Meter stehen drei 10 Meter hohe Türme auf dem Seegrund. Sie tragen die Entnahmeköpfe, welche mit Lochblechen verkleidet sind, um das Eindringen gröberer Verunreinigungen zu verhindern. Drei Entnahmeleitungen bringen das Wasser durch natürlichen Druckausgleich zu den Pumpen im Seepumpwerk. Drei Pumpen fördern dann das Wasser in die 310 Meter höher gelegene Aufbereitungsanlage auf dem Sipplinger Berg. Bis zu 9 000 Liter pro Sekunde können gefördert werden.
Das Rohwasser aus dem Bodensee entspricht in physikalisch-chemischer Hinsicht bereits den strengen Vorgaben der deutschen Trinkwasserverordnung. Daher reicht eine naturnahe Aufbereitung aus. In nur drei Aufbereitungsstufen werden Mikroorganismen und Schwebstoffe entfernt.
Um jährlich über 125 Millionen Kubikmeter Trinkwasser zu verteilen, betreibt der Zweckverband ein Leitungsnetz von über 1700 Kilometer Länge. Großkalibrige Leitungen aus Stahl und duktilem Guss sowie Betonleitungen mit einem Durchmesser von bis zu 1,60 Meter transportieren das kostbare Nass sicher vom Bodensee bis zur nördlichen Landesgrenze. Auf diesem Weg stellen 29 Wasserbehälter mit einem Gesamtinhalt von nahezu 500 000 Kubikmetern sicher, dass jederzeit ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht. 17 Pumpwerke sorgen im Netz für ausreichenden Druck und befördern das Wasser zu höher gelegenen Gemeinden. Unterstützend können 20 Drucksteigerungsanlagen den in Spitzenzeiten höheren Wasserbedarf abdecken.
Text: Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung